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Archive for the ‘Tiere und ähnliche Viecher’ Category

Von Möpsen und Menschen

12 Okt

Möpse sind a) eine ganz hässliche Bezeichnung für etwas sehr Schönes, nämlich weibliche Brüste oder b) eine ganz neutrale Bezeichnung für etwas sehr Hässliches, nämlich kleine faltige Hunde mit eingetreten aussehender Schnauze, unappetitlichem Speichelfluss und abstoßend hechelnder Atmung. Sie sind leider sehr gefragt, in Berlin z.B. und vermutlich auch sonst vielerorts, weshalb man recht häufig, mit derart optisch und auch akustisch1 ungenießbaren Wesen in unfreiwilligen Kontakt tritt, wenn auch meist zum Glück von kurzer Dauer.

Warum ausgerechnet Möpse in Mode gekommen sind, ist mir ein großes Rätsel. So ein Mops ist ja weder schön noch irgendwie praktisch, aufgrund der überzüchteten Daseinsform ist er außerdem Krankheitsanfällig und scheint mir auch sonst auf den ersten Blick (den ich meist zu vermeiden suche, weil ich gerne meine Augen mit schönen Anblicken erfreuen und nicht durch unschöne Aussichten beleidigen möchte) auch zu nichts gut.

Vor geraumer Zeit hörte ich, dass Dackel vom Aussterben bedroht sind. Das ist doch erstaunlich, da sie auch klein und etwas hässlich sind, aber doch wenigstens keine eingetreten aussehende Gesichtsfront aufweisen und zudem zum Jagen gut sind, wenn ich mich recht erinnere. Da es in den letzten Jahren immer mehr wilde Tiere gibt, die sich in Großstädten ansiedeln, könnte das doch bald wieder eine Eigenschaft sein, auf die die Großstadtbewohner Wert legen könnten. Zumal der Genuss von Wildfleisch in heutigen Zeiten für viele nicht erschwinglich ist. Ein Dackel, zumindest als Mischlingsversion, aber vielleicht schon eher. Zudem er, mit dem richtigen Jagdinstinkt ausgestattet, nicht nur Herrchen und Frauchen, sondern außerdem sich selbst ernähren könnte.Gut, erziehen lassen sich Dackel bekanntlich nicht so richtig. Das könnte man aber ihnen auch als punkige Riot-Mentalität zu Gute heißen. Und nicht fruchtende Erziehung ist ja schließlich hier auch teilweise sehr in Mode, z.B. bei den Kindern in angesagten Stadtbezirken…

Ich plädiere also für Dackel als nächste Modehunde. Oder für gar keine Moden mehr in Sachen Haustiere. Eher für mehr Überlegung, welche Tiere man wirklich gerne in der Stadt haben will. Und als Kriterium könnte ja gelten, welche Tiere wohl gerne bei uns in der Stadt leben wollen. Ich mag zum Beispiel gerne die Füchse, die es hier überall gibt. Auf dem Dorf aufgewachsen, habe ich meinen ersten freilaufenden Fuchs am Berliner Ostbahnhof gesehen und seitdem sehr viele. In meinem alten Wohnviertel bin ich manchmal, wenn ich schon sehr früh unterwegs war, von einem Fuchs ein Stück begleitet worden. Das heißt also, dass die Füchse bei uns leben wollen. Und das ist doch schön. So sollte es doch sein, dass jeder da hinziehen darf, wo er hinwill. Und da ein Mops so gar keinen eigenen Willen zu haben scheint, braucht man ihn folglich auch gar nicht weiter zu züchten. Wer nicht will, der hat als Trend dann mal langsam ausgedient.

1Von der olfaktorischen Seite schweige ich an dieser Stelle lieber, das führt zu weit und wird auch wieder nur unnötig eklig. Diesbezüglich bitte bei weiterführendem Interesse die üblichen Berichte von Hunderkotproblematiken in Großstädten sichten…